Bülten – Klein Bülten – Lütjen Bülten

Bei vielen Einwohnern und Freunden des Ortsteiles Bülten, einem Ortsteil in der Gemeinde Ilsede, ist der Name “Lüttschen Bülten” der Urbegriff und Name für Ihr Dorf Bülten. In Bülten leben rund 1750 Menschen. 1966 wohnten hier noch über 2.500 Menschen und der Ort hieß zu diesem Zeitpunkt “Klein Bülten”. Auf Grund der hohen Einwohnerzahl wurde der Ort dann in die Kurzform “Bülten” umbenannt.

Im Ortswappen zu sehen ist im weißem Hintergrund ein schwarzer Förderturm begleitet von je einer Tanne zur linken und zur rechten Seite des Förderturms. Am Turmfuß befinden sich außerdem je ein goldener Hammer und ein goldener Schlägel.

Im Jahre 1318 wurde die Ortschaft erstmalig in den Lehnsbüchern der Herzöge von Braunschweig und Lüneburg erwähnt. Jedoch weisen eindeutige Funde in der Feldmark auf Menschenleben in der Steinzeit, direkt am Fuhseufer, hin. Zwei mögliche frühere Erwähnungen werden in der 2004 herausgegebenen Chronik des Ortes genannt. Diese befinden sich im Jahre 1232 und 994.

Zu einer Zeit in der die Bergbaubetriebe von Groß Bülten und der Ilseder Hütte ausgebaut wurden, zogen Bergleute, vorrangig aus Hessen und dem Harz, in das Dorf. Dieser Zustrom brach nicht ab als die Errichtung des Emilie-Schachtes begann. Zeit: Kurz vor Beginn des zweiten Weltkrieges. Eingestellt wurde der Bergbaubetrieb dann im Jahre 1976. Der heutige Gewerbepark “Schacht Emilie” mit der gleichnamigen erhaltenen Eingangsbeschriftung befindet sich am Bültener Ortseingang – aus Richtung Peine.

Zu den Kultur-und Sehenswürdigkeiten des Ortes zählen unter anderem:

Die Alte Kapelle aus dem 15. Jahrhundert, Markuskirche Bülten– Heimat-und Bergbaumuseum Bülten, ein Findling am Rande des Bültener Holz mit der Inschrift “Gräberfeld der Bronzezeit, ca. 1000 v. Chr. Eines von mehreren Kulturzeugnissen aus der Bronzezeit, Heimatstein Bülten vor der Kapelle, Gedenkstein 100 Jahre Gesangverein Viktoria Klein Bülten, Waldsee einseitig umgeben von wunderschönen Trauerweiden, Förderrad und Bergbaulore des ehemaligen Schacht Emilie, direkt an der Hauptststraße

Aus dem Leben in Klein Bülten

(Textauszug aus dem Buch: Bulthem, Luttken Bulten, Klein Bülten – Die Geschichte des Dorfes Klein Bülten)

Örtliche Feste – Schützen-und Volksfeste

Schützenfest um 1873 nur alle vier Jahre

Bis zum Jahre 1873 befand sich die Gastwirtschaft in dem Haus des Bauern Hermann Munzel, Haus-Nr. 6. Man erzählt, daß das Schützenfest zur damaligen Zeit nur alle vier Jahre gefeiert wurde. Das Zelt stand in unmittelbarer Nähe der Gastwirtschaft auf der Dorfstraße, die durch Schlagbäume für einige Tage gesperrt war, so daß die Fuhrwerke durch die Teichstraße geleitet werden mußten.

Ab 1873 befand sich die Gastwirtschaft bei Heinrich Hantelmann im Hause Nr. 10. Er ließ die Zelte in seinem Garten aufbauen.

Im Jahre 1907 wurde von seinem Sohn, Karl Hantermann, das heutige Gasthaus mit Saal erbaut. Nun wurden die Zelte auf dem Platz vor der Gastwirtschaft errichtet und die Schützenfeste vor der Tür des neuen Gasthauses abgehalten.

Allerdings auch manchmal auf dem heutigen Schützenplatz, der damals noch dem Bauern Frühling bzw. Der Erbengemeinschaft Frühling gehörte und zuerst als Garten, später als Weide diente.

Dieser Platz wurde 1939 vom Gastwirt Hantelmann gekauft, jedoch mußte er ihn 1941 unter Androhung der Enteignung durch den damaligen Kreisleiter wieder herausgeben und ihn der Gemeinde verkaufen, er war für den Bau von Lehrerwohnungen vorgesehen.

Jetzt ist er laut Gemeinderatsbeschluß endgültig zum Schützenplatz erklärt worden, der auch als Weide benutzt werden darf.

Nach dem Zweiten Weltkrieg bestand bei der Bevölkerung ein starkes Bedürfnis, die „verlorenen Jahre“ nachzuholen. Das war ein Grund dafür, die während des Krieges eingestellten Schützenfeste wieder aufleben zu lassen.

Als ein nicht fortzudenkendes Ereignis des örtlichen Gemeinschaftslebens wurde 1948 das erste Schützenfest nach dem Zweiten Weltkrieg gefeiert.

Die Würde des Bürgerkönigs errang Heinz Burmester, Junggesellenkönig wurde Henri Brüggeboes.

(Weiter geht es im Buch: Die Geschichte des Dorfes Bülten. Herausgeber: Heimat- und Bergbauverein Klein Bülten von 1997 e.V.)