Erläuterungen der Straßennamen
Informationen zu Straßennamen in Bülten, die nach Personen, Orten und Landschaften benannt sind.
Alt Klein Bülten
Der Name Alt Klein Bülten verweist auf den ursprünglichen Ortskern der ehemaligen Gemeinde Klein Bülten. Bis 1966 hieß die Gemeinde „Klein Bülten“; nach dem Überschreiten einer bestimmten Einwohnerzahl wurde sie in „Bülten“ umbenannt. Der Zusatz „Alt“ markiert heute den historischen Kernbereich innerhalb des heutigen Ortsgebietes Bülten und unterscheidet ihn von neueren Baugebieten.
Damit ist „Alt Klein Bülten“ ein Ortsname, der die Frühgeschichte der heutigen Siedlung Bülten widergibt und die historische Selbstständigkeit der ehemaligen Gemeinde Klein Bülten als eigenständige Ortsbezeichnung fortführt.
An der Markuskirche
Die Bezeichnung „An der Markuskirche“ ist ein sogenannter Lokalisationsname und leitet sich unmittelbar von der benachbarten Markuskirche her, also einer Kirche, die dem Evangelisten Markus gewidmet ist. Die Namensform beschreibt die Lage der Straße oder des Weges „an“ bzw. in unmittelbarer Nähe zu diesem kirchlichen Bauwerk und verweist so auf die räumliche Einordnung im Ortsbild.
Solche Straßennamen sind typisch für ländliche oder kleinstädtische Siedlungsbereiche, in denen Verbindungen zu markanten Bauwerken – vor allem Kirchen – Orientierung und Adressierung vereinfachen. „An der Markuskirche“ unterstreicht damit die Bedeutung der Kirche als zentrales Bezugspunkt innerhalb des Ortsteils.
Barbaraweg
Der Barbaraweg ist nach der heiligen Barbara benannt, einer frühchristlichen Märtyrin, die im katholischen und teils im evangelischen Raum als Patronin von Bergleuten, Minenarbeiter:innen und allen Gefährdeten im Untergrund gilt. In der Tradition vieler Bergbaugebiete wurden Wege, Straßen und Anlagen rund um Schächte oder Halden mit Bezug auf Bergpatronen wie Barbara, Erasmus oder Florian benannt, um den Arbeitenden Schutz und Schutzpatronin zu symbolisieren.
Der Barbaraweg liegt in Bülten unmittelbar nordöstlich der ehemaligen Schachtanlage Gerhardschacht und verläuft dadurch in direkter Nähe zu den historischen Gebäuden der Grube Bülten‑Adenstedt. Der Name verbindet damit den Weg zum Schacht mit der religiösen und bergbaulichen Kulturgeschichte der Region und erinnert an die lange Zeit des Erzbergbaus im Peiner Land.
Bergmannsweg
Der Bergmannsweg ist nach dem Berufsbild des Bergmanns benannt und verweist auf die bergmännische Tradition des Ortes. Der Name erinnert an die Arbeit unter Tage und an die Zeit, in der der Erzbergbau das Leben und die Entwicklung Bültens maßgeblich prägte.
Mit der Benennung wird die enge Verbindung des Ortsteils zur Bergbaugeschichte sichtbar gehalten. Der Bergmannsweg fügt sich damit in die Reihe der Bültener Straßennamen ein, die an die industrielle Vergangenheit und das lokale Selbstverständnis erinnern.
Buchfinkengasse
Der Name Buchfinkengasse leitet sich vom Buchfinken ab, einem in Mitteleuropa weit verbreiteten Singvogel. Straßennamen mit Vogelbezug verweisen häufig auf die Natur‑ und Siedlungsumgebung oder folgen einem thematischen Benennungskonzept innerhalb eines Wohngebiets.
Die Bezeichnung Gasse beschreibt eine kleinere, meist ruhige Anliegerstraße. Insgesamt verbindet der Name also einen Naturbezug mit der Lage als schmalere Wohnstraße und passt damit gut in eine ortsnahe, landschaftlich geprägte Benennung.
Eilfacker
Der Name Eilfacker deutet auf eine frühere landwirtschaftliche Flur‑ oder Feldbezeichnung im Ortsgebiet Bülten hin. „Facker“ bzw. „Fach“ leitet sich von der niedersächsisch/deutschen Bezeichnung für ein kleines Acker‑ oder Flurstück ab, das in Reihen oder Feldparzellen liegend bebaut wurde. Der Zusatz „Eil‑“ lässt sich möglicherweise als charakteristische örtliche Kennung oder als Kurzform eines Familiennamens (z. B. „Eid‑“, „Eilt‑“) verstehen, wie sie in der Flurnamenpraxis Niedersachsens häufig vorkommen.
In der Straßennamenpraxis wurde der Flurnamen „Eilfacker“ später für den zugehörigen Weg übernommen und erinnert so an die historische Aufteilung der Äcker im ländlichen Umfeld von Bülten. Der Name beschreibt damit ursprünglich einen Feld‑ oder Ackerabschnitt, der heute als Wohnstraße wieder im Bewusstsein der Einwohner präsent bleibt.
Elbinger Straße
Der Name Elbinger Straße verweist auf die ehemalige ostpreußische Stadt Elbing, das heutige Elbląg in Polen. Straßen mit diesem Namen wurden vielerorts als Erinnerung an historische deutsche Städte und Landschaften aus den ehemaligen Ostgebieten vergeben. Die Benennung steht damit in einer Tradition, bei der Straßennamen nicht nur der Orientierung dienen, sondern auch geschichtliche und kulturelle Bezüge herstellen.
Elbing wurde im 13. Jahrhundert gegründet und entwickelte sich zu einer bedeutenden Handels- und Hafenstadt an der Nogat. Der Name der Straße erinnert somit an einen Ort mit langer Stadt- und Siedlungsgeschichte, dessen deutsche Bezeichnung „Elbing“ bis heute in vielen Straßennamen weiterlebt.
Ellerweg
Der Name Ellerweg ist ein typischer deutscher Orts‑ oder Wegname und leitet sich vermutlich aus dem Eigennamen „Eller“ und dem Nomen „Weg“ ab. „Eller“ ist ein althochdeutscher bzw. niederdeutscher Familien‑ oder Ortsname, der sich wiederum auf das Wort „Erle“ (eine Baumart, Alnus) bezieht und damit auf einen Weg in der Nähe von Erlenwäldchen oder Erlenbäumen deutet.
In der Straßennamenpraxis steht Ellerweg für einen Weg, der entweder zu oder an einem Gebiet mit Erlenbestand verläuft. Der Name verweist damit auf die frühere Natur‑ und Waldlandschaft.
Fichtenweg
Der Name Fichtenweg leitet sich vom Baum Fichte (Gattung Picea, vor allem die Gemeine Fichte Picea abies) ab und verweist auf eine frühere oder heutige Umgebung, in der Fichtenwälder oder einzelne Fichtenbestände prägend waren. Der Zusatz „Weg“ beschreibt einen Pfad oder eine Straße, die sich durch oder entlang solcher Wald‑ bzw. Waldrandbereiche erstreckt.
In der Straßennamenpraxis werden Namen wie Fichtenweg häufig gewählt, um die Nähe zu Nadelhölzern und Waldgebieten zu kennzeichnen und zugleich einen einprägsamen, natursprachlichen Namen zu verwenden. Der Fichtenweg in Bülten unterstreicht damit die Verbindung des Straßenverlaufs zur umgebenden Waldlandschaft.
Friedrich-Ebert-Platz
Der Friedrich‑Ebert‑Platz ist nach Friedrich Ebert (1871–1925) benannt, dem ersten Reichspräsidenten der Weimarer Republik. Ebert war Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und spielte eine zentrale Rolle im Übergang vom Kaiserreich zur parlamentarischen Demokratie nach dem Ersten Weltkrieg. Er gilt als einer der wichtigsten Gründerväter der deutschen Republik und vertrat Werte wie demokratische Rechtsstaatlichkeit, soziale Ausgleichspolitik und Gewerkschaftsrechte.
Die Benennung des Platzes nach Friedrich Ebert steht für die Anerkennung seines Engagements für die Demokratie, die Sozialreformen und die Stabilisierung Deutschlands in einer tiefgreifenden Umbruchszeit. Sein Name wird in vielen Städten Deutschlands an Straßen, Plätzen und anderen öffentlichen Orten geehrt – der Friedrich‑Ebert‑Platz in Bülten ist ein solcher Ort der Erinnerung an seine politische Lebensleistung.
Glückaufstraße
Der Name Glückaufstraße geht auf den bergmännischen Gruß „Glück auf!“ zurück. Dieser Gruß war im Bergbau seit Jahrhunderten gebräuchlich und drückt den Wunsch aus, dass sich die Grube „auftue“, die Arbeit erfolgreich verlaufe und die Bergleute wohlbehalten wieder ans Tageslicht zurückkehrten.
In Bülten verweist die Bezeichnung auf die lange Bergbautradition des Ortes und die enge Verbindung zum Erzbergbau im Peiner Land. Die Glückaufstraße erinnert damit an die bergmännische Prägung der Region und an die frühere wirtschaftliche Bedeutung des Bergbaus für Bülten.
Herderstraße
Die Herderstraße ist nach Johann Gottfried Herder (1744–1803) benannt, einem deutschen Theologen, Philosophen, Dichter und Schriftsteller des 18. Jahrhunderts. Herder war eine zentrale Figur der Epoche des „Sturm und Drang“ und prägte maßgeblich das Denken der deutschen Aufklärung und der frühen Romantik. Er war Geistlicher, Superintendent in Weimar und zugleich eng mit Goethe, Schiller und anderen Vertretern der Weimarer Klassik verbunden.
Herder gilt als einer der bedeutendsten Denker seiner Zeit, der die Ideen von Humanität, Volkskultur und historischem Bewusstsein mitgestaltet hat. Er betonte die Bedeutung der Sprache, der Literatur und der Volksüberlieferung für die kulturelle Identität eines Volkes und prägte den Begriff des „Volksgeistes“. Die Benennung der Herderstraße nach ihm steht für die Wertschätzung seiner Beiträge zu Literatur, Philosophie und Pädagogik sowie für seine Rolle als Wegbereiter moderner Kultur‑ und Geschichtsphilosophie.
Hinter den Höfen
Der Name „Hinter den Höfen“ beschreibt in der Orts‑ und Straßennamenpraxis eine Lage hinter oder hinterhalb der landwirtschaftlichen Höfe eines Ortskerns. Er leitet sich direkt aus der früheren Siedlungsstruktur ab, in der die Wohn‑ und Wirtschaftsgebäude (Höfe) in einer geschlossenen oder halb geschlossenen Linie standen und Wege bzw. Fluren sich „hinter“ diesen Anlagen entlangzogen.
Solche kombinierten Ortsbezeichnungen sind typisch für ländliche Bereiche und verweisen auf die historische Aufteilung in Hofreihen, Hofzeilen und die dahinter liegenden Äcker, Wiesen oder Wege. „Hinter den Höfen“ unterstreicht damit die ursprüngliche räumliche Einordnung im Dorfgefüge und macht die Verbindung zur traditionellen Hoflandschaft im Bereich Bülten deutlich.
Hubertusring
Der Hubertusring ist nach Hubertus (lateinisch Hupertus) benannt, einer Form des männlichen Vornamens, der im christlichen Kulturraum vor allem im Zusammenhang mit Hubertus von Lüttich (um 656–727) bekannt ist. Hubertus gilt als Heiliger, Patron der Jäger, Wildhüter und Forstleute und wird in der Legende oft mit einem Hirsch mit einem Kreuz zwischen den Hörnern verknüpft.
Namensgebungen dieses Typs verweisen traditionell auf religiöse oder volkstümliche Heiligenfiguren, deren Namen landesweit als Vornamen und als Orts‑ oder Straßennamen weiterleben. Der Name „Hubertusring“ bezieht sich damit nicht auf einen konkreten historischen Zeitgenossen, sondern auf die überkommene Tradition, Straßen und Plätze nach Heiligen‑ und Gebrauchsnamen wie „Hubertus“ zu benennen.
Im Dreierfeld
Der Name Im Dreierfeld ist ein typischer Flur‑ und Lagebezug. Er verweist auf ein früheres Feld‑ oder Ackerstück, das vermutlich in mehrere Abschnitte gegliedert war oder historisch als ein zusammenhängender Flurteil bezeichnet wurde. Der Zusatz „Im“ macht deutlich, dass es sich um eine Benennung nach einem Ort innerhalb der früheren Feldmark handelt.
Solche Namen entstanden häufig aus der landwirtschaftlichen Nutzung und der alten Fluraufteilung eines Dorfes. „Im Dreierfeld“ bewahrt damit die Erinnerung an die frühere Agrarlandschaft rund um Bülten und an die Zeit, als das Gebiet noch überwiegend aus Feldern, Wiesen und Hofstellen bestand.
Lönsstraße
Die Lönsstraße ist nach Hermann Löns (1866–1914) benannt, einem deutschen Journalisten und Schriftsteller, der vor allem als sogenannter „Heidedichter“ bekannt wurde. Löns verarbeitete in seinen Gedichten, Liedern, Erzählungen und Romanen die Landschaften der Lüneburger Heide und anderer niedersächsischer Regionen und prägte damit ein starkes Bild von Heimat, Natur und ländlichem Leben.
Löns gilt als einer der populären Autoren seiner Zeit, dessen Werke die Verbundenheit mit Wald, Tierwelt und Heimatlandschaft eindrücklich herausstellen. Gleichzeitig werden seine Texte heute auch kritisch gesehen, da sie nationalistische und teilweise völkisch geprägte Vorstellungen enthalten. Die Benennung der Lönsstraße nach ihm verweist auf seine literarische Bedeutung und die bis heute bestehende Erinnerung an seine Rolle als Dichter der Heimat‑ und Naturlyrik.
Maschtor
Der Name Maschtor ist ein typisch niedersächsischer Flur‑ oder Ortsname, der sich aus den Wörtern „Masch“ und „Tor“ zusammensetzt. „Masch“ bezeichnet in der Region gewöhnlich ein feuchtes, nasses Grünland‑ oder Wiesengebiet, das sich im Grundwasser‑ oder Überschwemmungsbereich eines Flusses oder Baches befindet. „Tor“ stand ursprünglich für eine Durchgangsstelle, einen Zugang oder eine Toranlage im Grenz‑ bzw. Siedlungsbereich.
Damit bezeichnet Maschtor im engeren Sinne einen Zugang oder Durchlass in einem solchen sumpfigen oder feuchten Landschaftsbereich – also eine Passage durch oder an einer „Masch“. In der späteren Straßennamenpraxis wurde der Name für den entsprechenden Straßenabschnitt übernommen und erinnert so an die ursprünglich feuchte, maschähnliche Bodenbeschaffenheit und die historische Lage des Ortes am Rande oder durch ein feuchtes Flurvorrat.
Neißer Straße
Die Neißer Straße ist nach der Neiße benannt, einem Flussnamen, der in der deutschen Geografie für mehrere Gewässer stand, unter anderem für die Lausitzer Neiße bzw. die Stadt Neiße (heute Nysa in Polen). Streßennamen dieses Typs leiten ihre Bezeichnung in der Regel von benachbarten Orten oder Landschaften ab, wenn die Straße in Richtung oder in Bezug auf diese Region verläuft bzw. sie im historischen Bewusstsein mit ihnen verbunden ist.
Heute erinnert die Benennung „Neißer Straße“ an die historische Verbindung zu dieser Region im Osten Deutschlands und an die Vielzahl von Flüssen und Orten, die mit dem Namen „Neiße“ bzw. „Neiße‑Gebiet“ verknüpft sind. Damit trägt die Straße einen Namen, der sich an der Geografie und an den historischen Landschafts‑ und Ortsgrenzen orientiert.
Ostring
Der Name Ostring ist ein Lagebezug und besteht aus den Bestandteilen „Ost“ und „Ring“. „Ost“ verweist auf die östliche Lage innerhalb des Ortsgebietes, „Ring“ auf die annähernd geschlossene, ringförmige Verlaufstruktur der Straße oder ihres Anschlusses an andere Straßen.
In der Praxis stehen solche Namen für Orts‑ und Stadtteile, die sich in der östlichen Zone eines Weilers, Dorfs oder Stadtteils befinden. Der Ostring in Bülten beschreibt damit zugleich die räumliche Einordnung im Ort und weist auf den Bereich Bültens hin.
Ölsburger Weg
Der Ölsburger Weg ist nach dem Ilseder Ortsteil Ölsburg benannt, einem seit dem frühen Mittelalter bestehenden Dorf im Tal der Fuhse im heutigen Landkreis Peine. Ölsburg gehört heute zur Gemeinde Ilsede und zählt zu den ältesten Siedlungen dieser Region; der Name geht auf die ehemalige Burg Ölsburg zurück, die im 11. Jahrhundert als herzoglich‑braunschweigischer Stützpunkt im Grenzbereich zwischen Welfen und Bistum Hildesheim entstand.
Streßennamen dieses Typs leiten sich üblicherweise aus der geografischen Lage oder der Verbindung zu einem nahen Ort ab. Der „Ölsburger Weg“ verweist damit auf die räumliche Nähe oder die historische Verknüpfung des Wegverlaufs mit dem Ortsteil Ölsburg und unterstreicht so die lokale Verwurzelung der Ortsbezeichnung im Peiner Land.
Raabestraße
Die Raabestraße ist nach dem deutschen Schriftsteller Wilhelm Raabe (1831–1910) benannt. Raabe gilt als eine der wichtigsten Figuren des poetischen Realismus im 19. Jahrhundert und schrieb zahlreiche Romane, Erzählungen und Novellen, in denen er gesellschaftliche Verhältnisse, Alltag und menschliche Schicksale dichterisch verarbeitete. Zu seinen bekanntesten Werken zählt unter anderem der Roman Der Hungerpastor, der ihn landesweit bekannt machte.
Neben seiner literarischen Tätigkeit arbeitete Raabe als Beamter und übte zeitweise das Amt eines Archivdirektors aus. Er verband in seinem Werk kritische Beobachtungen der Gesellschaft mit einer ausgeprägten Sprache und einer dicht am Menschen gerichteten Erzählperspektive. Die Benennung der Raabestraße nach ihm verweist auf seine Bedeutung als bedeutender Erzähler deutscher Literatur und auf die Tradition, Straßen nach bedeutenden Schriftstellern zu benennen.
Schützenstraße
Der Name Schützenstraße verweist auf die Schützentradition und damit auf das gesellschaftliche Leben eines Ortes, in dem Schützenvereine und Schützenfeste eine wichtige Rolle spielen. Solche Straßennamen sind in vielen Gemeinden verbreitet und erinnern an das Vereins‑ und Festwesen, das über Generationen hinweg zur örtlichen Identität beigetragen hat.
Im Fall der Schützenstraße in Bülten kann der Name zugleich als Hinweis auf die Lage in einem Bereich verstanden werden, der mit dem örtlichen Schützenwesen verbunden ist. Die Bezeichnung bewahrt damit die Erinnerung an eine traditionsreiche Form des gemeinschaftlichen Lebens im Ort.
Uhlandgasse
Die Uhlandgasse ist nach dem deutschen Dichter, Germanisten und Politiker Johann Ludwig Uhland (1787–1862) benannt. Uhland gilt als einer der wichtigsten Vertreter des schwäbischen Dichterbundes und prägte vor allem durch seine volkstümlich geprägte Lyrik, Balladen und patriotischen Gedichte das literarische Profil des frühen 19. Jahrhunderts. Zu seinen bekanntesten Werken zählen unter anderem das Gedicht „Der gute Kamerad“ und zahlreiche Lieder, die bis heute im deutschen Sprachraum verbreitet sind.
Neben seiner literarischen Bedeutung war Uhland als Jurist und liberaler Politiker tätig und wirkte unter anderem als Abgeordneter im badischen Landtag und in der Frankfurter Nationalversammlung von 1848/49. Die Benennung der Uhlandgasse nach ihm verweist auf seine Rolle als bedeutender deutscher Schriftsteller und Kulturbildner, dessen Werk literarische und nationale Themen eng miteinander verbindet.
Waldweg
Der Name Waldweg leitet sich direkt von der natürlichen Umgebung ab und beschreibt einen Weg, der durch, zum oder entlang eines Wald‑ bzw. Waldgebietes führt. Der Begriff setzt sich aus den Wörtern „Wald“ und „Weg“ zusammen und bezeichnet im Allgemeinen einen Pfad oder eine Straße, die landschaftlich klar im, zum Wald oder am Waldrand verläuft.
In der Straßennamenpraxis werden solche Bezeichnungen häufig gewählt, um die Ortslage unmittelbar zu kennzeichnen. „Waldweg“ verweist damit auf die ländliche oder forstnahe Situation des Weges im Ortsbild und hilft der Orientierung
Zum Emilieschacht
Die Straße „Zum Emilieschacht“ ist nach dem Emilie‑Schacht benannt, dem ehemaligen großen Schacht der Grube Bülten‑Adenstedt, einem früheren Eisenerzbergwerk im Peiner Land. Der Schacht erhielt den Namen von der Inschrift „Emilie“ auf einer ursprünglichen Schachtmaschine, an die sich der Name in Mundart und Alltag schließlich als „Emilieschacht“ festsetzte.
Der Zusatz „Zum“ zeigt an, dass die Straße zum bzw. an dem Gelände dieses Schachts entlangführt und damit direkt auf die historische Bergbautätigkeit im Bereich Bülten verweist. Der Name erinnert so an die lange Zeit des Eisenerzabbaus, der über Jahrzehnte eine prägende Rolle für die Entwicklung des Ortes und seiner Bevölkerung spielte.
Zun Gerharschacht
Die Straße „Zum Gerharschacht“ ist nach dem Gerhardschacht benannt, einem ehemaligen Hauptförderschacht der Erzgrube Bülten‑Adenstedt. Der Schacht wurde 1914 in Betrieb genommen und diente über mehrere Jahrzehnte als zentrale Förderanlage für das Eisenerz, das die Ilseder Hütte und das Stahlwerk in Peine versorgte. Der Name leitet sich vermutlich von einem Vor‑ oder Eigennamen „Gerhard“ ab, wie es bei Grubenschächten häufig vorkommt, um einzelne Schachtanlagen voneinander zu unterscheiden.
Der Zusatz „Zum“ weist darauf hin, dass die Straße zum Gelände oder zur Anlage dieses Schachts führt. Der Name „Zum Gerharschacht“ erinnert damit direkt an die bedeutende industrielle Bergbaugeschichte im Bereich Bülten und verknüpft den heutigen Wohn‑ und Verkehrsraum mit der früheren Schachtanlage und der Eisenhüttenwirtschaft der Region.
Wiesenweg
Der Name Wiesenweg leitet sich direkt von der Bezeichnung Wiese ab und verweist auf einen Weg, der an oder durch früheres Grünland führte. Solche Straßennamen beschreiben in der Regel die historische Nutzung oder die landschaftliche Umgebung eines Gebietes und sind typisch für ländlich geprägte Siedlungsbereiche.
Im Fall des Wiesenwegs in Bülten deutet der Name auf die frühere Freiflächen‑ und Wiesenlandschaft im Ortsgebiet hin. Damit erinnert die Bezeichnung an die ursprüngliche Funktion des Geländes und ordnet den Weg landschaftlich ein.
Hinweis: In der Übersicht sind nicht alle Straßen der Ortschaft aufgeführt. Die Erklärungen zu den einzelnen Straßennamen beinhalten keine Garantie auf Richtigkeit.



