Soldaten Ehrenmal

Im Jahre 2014 wurde hier auf dem Bültener Friedhof eine erste Gedenktafel

(Geschichts- und Erinnerungstafel)

für sechs einstig hier begrabene russische Zwangsarbeiter aufgestellt.

Nicht zu vergessen.

Vor 65 Jahren wurde feierlich das Ehrenmal der im Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten eingeweiht und auf Initiative des Heimat- und Bergbauvereins im November 2016 eine weitere Gedenktafel

(Geschichts- und Erinnerungstafel)

zu Ehren der deutschen Kriegsopfer und gegen das Vergessen aufgestellt.

Geschichts- und Erinnerungstafel/Soldaten-Ehrenmal
Deutsche Kriegsgräber

Geschichts- und Erinnerungstafel Bülten – Deutsche Kriegsgräber

 

(wortwörtliche Textwiedergabe der Tafel)

Deutsche Kriegsgräber

Am 1. September 1939 begann mit dem deutschen Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg. Er endete in Europa am 8. Mai 1945 mit der deutschen Kapitulation. Mehr als 55. Millionen Menschen verloren ihr Leben.

Die Kriegsgräber auf dem Gemeindefriedhof

Auf diesem Friedhof ruhen insgesamt 20 Tote des Zweiten Weltkrieges und der national-sozialistischen Gewaltherrschaft. In einem Gräberfeld vor dem Ehrenmal wurden in zwei durch einen befestigten Gehweg getrennten Gräberreihne insgesamt 13 deutsche Zivil- und Militärpersonen bestattet. Die meisten von ihnen waren Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten. Sie alle sind 1945/47 im Reservelazarett und der späteren Landeskrankenanstalt auf dem Schachtgelände Emilie verstorben. Darüber hinaus befindet sich noch einzelnes Soldatengrab im Einzelgräberfeld einige Meter südöstlich vom Eingang der Friedhofskapelle.

Rechts neben dem Ehrenmal liegt an der westlichen Friedhofsgrenze ein Sammelgrab für sechs namentlich bekannte sowjetische Kriegsgefangene vermutlich aus einem Arbeitskommando aus dem STALAG XI B, die in den Jahren 1942 – 45 verstarben. Weitere Einzelheiten finden sich auf der dort aufgestellten Geschichts- und Erinnerungstafel.

Die sterblichen Überreste von 12 ursprünglich hier ebenfalls begrabenen italienischen Zwangsarbeitern wurden im November 1957 nach Hamburg auf den Friedhof Öjendorf auf die zentrale Ehrenanlage für italienische Kriegsopfer umgebettet.

Das Ehrenmal für die Klein Bültener Kriegstoten

Am 24. Juni 1951 wurde auf dem Friedhof Klein Bülten feierlich das Ehrenmal für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten eingeweiht. Der damalige Bürgermeister Friedrich Klages sagte bei der Einweihung:

„Das Mahnmal soll nicht nur eine Erinnerung für die Toten sein, sondern wir wünschen, dass es eine Mahnung ist für Frieden und Völkerverständigung.“

Die Peiner Allgemeine Zeitung berichtete 1951 von der Einweihung:

„Das Gedenkkreuz war mit einer schwarz-rot-goldenen Fahne verhüllt und die einzelnen Steine für die Gefallenen mit leuchtend roten Blumen bepflanzt.“ Außerdem wurde an jenem Tag auch der Grabstein für die verstorbenen russischen Kriegsgefangenen errichtet.

In der Dorfchronik aus dem Jahre 1955 steht geschrieben: „Ein schlichtes, weißes Marmorkreuz mit der Inschrift `Unseren Söhnen zum Gedenken, sie kämpften, sie glaubten, sie starben`, daneben zwei Steine mit den Namen der 29 vermissten und davor in zwei langen Doppelreihen 75 Gedenksteine mit den Namen der Gefallenen und der im hiesigen Reservelazarett Verstorbenen“.

Auf Bildern aus der Zeit der Eröffnung lassen sich die Ausmaße des Ehrenmals noch gut erkennen. Später wurde es in der Fläche etwas verkleinert. Heute stehen hier neben den Grabsteinen auf den eingangs erwähnten Kriegsgräbern insgesamt 73 Gedenksteine für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges, sieben Gedenksteine für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen sowie links und rechts neben dem Kreuz zwei Stelen mit den Namen der 29 Vermissten.

Das Ehrenmal und die Gedenk- und Grabsteine wurden im Juni 2016 vom Heimat- und Bergbauverein Bülten sowie durch die finanzielle Unterstützung der Gemeinde Ilsede in 75 Arbeitsstunden restauriert.

Einzelschicksal eines Klein Bültener Soldaten

Kurt Burmester wurde am 19. Juni 1924 geboren. Nach der Handelsschule war er als Angestellter in der Verwaltung des Wilhelm-Schachtes in Großbülten tätig. Nach der Musterung im Jahre 1942 wurde er in der SS-Verfügungstruppe in Frankreich militärisch ausgebildet. Im März 1945 folgte ein Einsatz in der Niederlausitz an der Ostfront. In einer Kesselschlacht zwischen Cottbus und Spremberg am 19. und 20. April 1945 wurde er durch einen Schuss in die Brust getötet und in einem Massengrab mit weiteren 27 gefallenen Soldaten in der Ortschaft Klein Döbbern bestattet. Seinen Angehörigen wurden seine persönlichen Papiere übersandt. Dazu gehörten ein mit Blut verklebter Marschbefehl, sein vom Todesschuss zerfetzter Personalausweis und ein zerstückeltes Foto.

Bülten, September 2016

Tafel 1

Schülerinnen und Schüler recherchierten die historischen Hintergründe.

Diese Tafel wurde ermöglicht durch den Heimat- und Bergbauverein Klein Bülten und eine Spende des SoVD, Ortsgruppe Bülten.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. Ist eine humanitäre Organisation und widmet sich der Aufgabe, die Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland zu erfassen, zu erhalten und zu pflegen. Unter dem Motto „Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden“ betreibt der Volksbund als einziger Kriegsgräberdienst der Welt eine eigene Jugend- und Schularbeit. Ausgehend von den Gräbern der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft erfahren junge Menschen in den Projekten des Volksbundes, dass Meinungsfreiheit, die Wahrung der Menschenrechte, Demokratie und Frieden keine Selbstverständlichkeit sind, sondern das Engagement jedes einzelnen erfordern. Der Volksbund hat auch eine beratende Funktion bei Kriegsgräbern im Inland.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

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